Pflanzenwelt                                                                            Die Löcknitz wird von Fließwasser-Gesellschaften (Ranunculion fluitantis), Schwimmblatt-Gesellschaften (Nymphaeion albae) und Laichkraut-Gesellschaften (Potamogetonion pectinati) mit der Gesellschaft des Durchwachsenen Laichkrautes (Potamogetonetum perfoliati) eingenommen. Dort kommen verbreitet Alpen-Laichkraut (Potamogeton alpinus) und auch Berchtolds Laichkraut (P. berchtoldii) vor. Großröhrichte (Phragmition australis) und Kleinröhrichte (Elocharioto-Sagittarion sagittifoliae) begleiten das Fließgewässer (ZIEBARTH 1986).  An den Ufern siedeln Staudenfluren (Filipendulo-Geranietum palustris) mit Echtem Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre). Als kleinere Stillgewässer sind im Löcknitztal Verlandungsteiche, Torfstiche im Postluch sowie Entwässerungsgräben vertreten. Das Kesselmoor des Postluchs weist noch Reste einer Zwischenmoorvegetation mit Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Schnabel-Segge (Carex rostrata), Faden-Segge (Carex lasiocarpa), Gemeiner Moosbeere (Oxycoccus palustris) und Rundblättrigem Sonnentau (Drosera rotundifolia) sowie Sumpfporst (Ledum palustre) auf, verschwunden sind Arten wie Blasen-Binse (Scheuchzeria palustris) und Schlamm-Segge (Carex limosa).

 

Größeren Raum nehmen zwischenzeitlich aufgelassene Feucht- und Wechselfeuchtwiesen mit überwiegend verschiedenen Ausprägungen der Kohldistelwiese (Polygono-Cirsietum oleracei) und vereinzelt auch der Pfeifengras-Wiesen (Molinietum caeruleae) ein Diese treten meist im Komplex mit Großseggenrieden, hauptsächlich dem Schlankseggen-Ried (Caricetum gracilis), aber auch den bultigen Gesellschaften des Wunderseggen-Ried (Caricetum appropinquatae) und des Rasenseggen-Rieds (Caricetum cespitosae) auf. Besonders an aufgelassenen Entwässerungsgräben und auch an quelligen Standorten stockt das Rispenseggen-Ried (Caricetum paniculatae), an einer solchen Stelle unterhalb Kienbaums kann die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) nachgewiesen werden. Diese Wiesen werden inzwischen wieder teilweise durch Schafweide verbunden mit Nachmahd und Pflegemahd bewirtschaftet. In den Molinia-Gesellschaften tritt stellenweise noch häufig die Prachtnelke (Dianthus superbus) auf, dazu Schopf-Kreuzblümchen (Polygala comosa), Teufels-Abbiss (Succisa pratensis), Purgier-Lein (Linum catharticum) und Tauben-Scabiose (Scabiosa columbaria), Arten wie das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris), Händelwurz (Gymnadenia conopsea) und Lungen-Enzian (Gentiana pneumomanthe) konnten nicht mehr im Gebiet beobachtet werden, letzere beiden schon seit längerem. Auf den Feuchtwiesen nährstoffreicher Standorte (Calthion palustris) mit Massenbeständen von Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) kommen auf einigen Wiesen auch noch größere Bestände von Breitblättrigem Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Großem Zweiblatt (Listera ovata) sowie unterhalb Kienbaums Kahlem Frauenmantel (Alchemilla glabra) vor. Einige Stellen tendieren mit Hirse-Segge (Carex panicea), Graugrüner Segge (Carex flacca) und Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) zu Kleinseggen-Rieden, an einer solchen Stelle kann auch aktuell noch das Steifblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) nachgewiesen werden. Sehr quellige Standorte werden teilweise von Gesellschaften der Kalkbinse (Juncus subnodulos) eingenommen, dort  kommt noch an einer Stelle der Sumpf-Sitter (Epipactis palustris) vor. In solchen Vernässungsbereichen wurden Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua), Fieberklee (Menyanthes trifoliata) und Sumpf-Dreizack (Triglochin palustre) nachgewiesen, seltener Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris). (Herrmann 1997).

 

Erlenbrüche mit Kamm-Wurmfarn (Dryopteris cristata) und Weidengebüsch-Gesellschaften sind vielfach auf brachgefallenen Feuchtgrünländern aufgewachsen. Die Auenränder stehen an vielen Stellen unter Hangwassereinfluss, so dass sich Quellfluren ausgebildet haben (Herrmann 1997). Auf den höher gelegenen Talrändern sind Sandmagerrasen mit Heidenelken-Grasnelkenfluren (Diantho deltoides-Armerietum elongatae), sowie auf Rohbodenhängen Silbergras-Pionierfluren (Corynephorion canescentis) verbreitet. Kleinflächig kommen im mittleren Teil des NSG am Talrand verbreitet basenreiche Magerrasen, oft mit Fiederzwenke (Brachipodium pinnatum), mit einer Vielzahl seltener, wärmeliebender Arten vor, wie Dänischer Tragant (Astragalus danicus), Großes Windröschen (Anemone sylvestris), Ähriger Blauweiderich (Pseudolysimachium spicatum), Färber-Meier (Asperula tinctoria), Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus), Rauhhaariges Veilchen (Viola hirta), Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris), Weiße Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) sowie Ästige und Astlose Graslilie (Anthericum ramosum, A. liliago). An weniger basenreichen Ausbildungen können dort Deutscher Ginster (Genista germanica), Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) sowie Rötliches und Frühlings- sowie Sand-Fingerkraut (Potentilla heptaphylla, P. tabernaemontani, P. arenaria) gefunden werden. Randlich stocken auf den Talsandflächen im Gebiet Kiefernforste. Diese treten insbesondere um das Postluch herum, dort aber nur teilweise auf NSG-Gebiet, auch in stark pyrolaceenreichen Ausbildungen mit viel Gemeinem Wacholder (Juniperus communis) auf. Von den Pyrolaceen kommt dort insbesondere Grünliches Wintergrün (Pyrola chlorantha) und Birngrün (Orthilia secunda), aber auch  Kleines Wintergrün (Pyrola minor) und an mehreren Stellen auch das Dolden-Winterlieb (Chimaphila umbellata) vor. Außerdem an einigen Stellen das Gemeine Katzenpfötchen (Antennaria dioica), Breitblättriger Sitter (Epipactis helleborine), Echter Fichtenspargel (Monotropa hypopitys), dazu Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) sowie Ästiger und Mond-Rautenfarn (Botrychium matricarifolium, B. lunaria).

 

 

 

 

 

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