Berichte über unsere Exkursionen 2018

 

                                                          Bericht

                     über die Vogelstimmenexkursion am 19. Mai 2018

 

Unser Ziel war in diesem Jahr nicht das Löcknitztal, sondern das Spreetal zwischen Neuzittau und Gosen. Dazu trafen wir uns um 5 Uhr am Ortsausgang von Neuzittau in Richtung Gosen.

 

Es hatten sich 6 Vereinsmitglieder und weiter 7 Interessenten aus dem Umfeld des Vereins eingefunden, dazu neu in unserem Kreis aus Müggelheim eine größere Gruppe mit Kindern dabei, so dass wir mehr als 25 Teilnehmer waren, die aber alle wissbegierig und diszipliniert dazu beigetragen haben, dass wir trotz der Größe der Gruppe die Vogelgesänge auch hören konnten, und daneben auch alle zusammen viele Sichtbeobachtungen machen konnten. Dabei war auch der mir von früher gut bekannte Biologe Herr Lippert, der im Gebiet schon vor 30 Jahren Vogelerfassungen gemacht hat, und der mir mit seiner Vogelstimmenkenntnis gut zur Seite stehen konnte: im Gegensatz zu mir hat er, wie ich auch schon im vorgerückten Alter, bereits ein Hörgerät, und kann so den Feldschwirl hören, der für mich nicht mehr zu vernehmen ist.

 

Unser Weg führte uns an den Gebäuden der Fischerei Löcknitz zum Kaniswall und weiter bis zur Spree. Zuerst war er durch die offene Landschaft bestimmt, mit Büschen und Baumgruppen entlang des Weges, eindrucksvoll mit der aufgehenden Sonne, dann hinter dem Kaniswall wurde der Bruchwald dichter.

 

Gleich am Anfang wurden wir vom Gesang der Nachtigall empfangen, und  Nachtigallen sangen dann fast an jeder Ecke. Das gilt auch für den Kuckuck und die Mönchsgrasmücke, die aber nicht  so dominant ist wie im Löcknitztal. Aber gleich hier und später noch an mehreren Stellen hörten wir die Dorngrasmücke. Häufiger waren Gartengrasmücken zu hören. Praktisch überall waren Kohlmeisen zu sehen und zu hören. Auch Amselgesänge waren zu hören.

 

Schon als wir aus dem Bereich der Kleingärten heraus waren sangen auf dem Wiesen häufig die Feldschwirle, das ging bis zum Kaniswall so, und hörte erst im Bereich des Bruchwalds auf. Dafür war hier als ausgesprochene Rarität der seltene Schlagschwirl zu hören.

 

Die ganze Zeit hörten wir immer wieder die klangvollen Rufe des Pirols. Aus größeren Buschgruppen und später im Bruchwald waren Fitislaubsänger und Zilpzalp, letzterer war häufiger. Am Rande des Bruchwalds sang  eine Goldammer.

 

Einige Male war der schrille Flugruf des Eisvogels zu hören, leider haben wir ihn nicht zu Gesicht bekommen. Immer wieder waren Eichelhäher  zu sehen und zu hören.

 

An drei Stellen nach dem Kaniswall haben wir Neuntötermännchen gesehen, aber die charakteristischen Rufe noch öfter gehört. In den hohen Randerlen an der Spree hielten sich einige Grünfinken auf.

 

Nur bei den Gebäuden der Fischerei Löcknitz flogen Rauchschwalben, die in den letzten Jahren immer seltener in der Kulturlandschaft vertreten sind, dort brüten sie offenbar noch erfolgreich.

 

Ein besonderes Kapitel sind die Wiesenpieper, das sind unauffällige graubraune Vögel der Offenlandschaft, die im zeitigen Frühjjahr durch ihre flachen Balzflüge auffallen, zur Brutzeit sind sie unauffälliger, aber an ihrem flachen wellenartigen Flug zu erkennen, wenn sie durch die Gruppe hochgescheucht neben dem Weg her fliegen und sich immer wieder hinsetzen. So richtig zu Gesicht bekommen haben wir die Vögel nicht, aber die Art ist doch an ihrem Verhalten erkannt worden.

 

Eine Reihe von Vögeln haben wir nur  überfliegend gesehen: Mäusebussard, mit drei Beobachtungen, ein überfliegender Schwarzmilan, immer wieder Graureiher, auch Nebelkrähen flogen überall. Es gelang nur eine einzige Sichtbeobachtung eines Mauerseglers, der ja auch immer seltener wird, aber ständig flogen Stare über die Wiesen, sie sind ja beim Füttern und sehr aktiv. Unsichtbar blieben die Fasane, die aber durch ihre ständigen Rufe eindeutig bestimmt worden sind. Eine Besonderheit waren zwei Bekassinen, die nach ihrer Art ihren meckernden Reviermarkierungsflug zeigten.

 

Kraniche haben wir schon beim Hinweg fliegend und auf den Wiesen stehend gesehen, aber auf dem Rückweg konnte wir an drei Stellen lange und gut Paare sehen, die zu dieser Jahreszeit ja schon ihrem Jungen führen, die sind unsichtbar im hohen Gras in der Nähe der Eltern.

 

Nach gut drei Stunden waren wir wieder am Ausgangsort, alle waren hochzufrieden, wir hatten 28 Arten erkannt, aber entscheidend ist auch das Erlebnis der Landschaft in früher Morgenstunde, wann steht man denn schon so früh auf. Sicher hat nicht jeder der Teilnehmer alle Arten auch erkannt oder den Gesang deutlich gehört, aber das liegt in der Natur der Sache. Wer einzelne Vogelstimmen nachhören will kann das jederzeit über das Internet machen, es gibt sehr viele Seiten wo das möglich ist, einfach „Vogelstimmen“ eingeben und eine Seite aussuchen.

                                            

                                                                                    

Bericht zu unserer ausgefallenen Exkursion zu den Singschwantagen in Criewen im Nationalpark Unteres Odertal

 

Wegen kurzfristiger Absagen, teilweise durch Krankheit, konnte der Transport der verbliebenen 5 Teilnehmer durch PKW nicht abgesichert werden, ich habe deshalb die Exkursion absagen müssen.

Ob wir überhaupt Singschwäne dort gesehen hätten, ist für mich etwas zweifelhaft: Abends habe ich im RBB in der Sendung „Brandenburg Aktuell“ die Wetterfee Joanna Jambor gesehen, die in Criewen zu den Singschwantagen war. Zuerst hat ihr ein Ranger alles über Singschwäne erzählt, aber er konnte ihr nur einen Höckerschwan zeigen, und dann war sie bei einer Besuchergruppe, und auch da war kein Singschwan zu sehen, ihr wurde gesagt, dahinten sind 5, oder sieben, und die Kamera schwenkte auch dahin, aber man sah nur fernes Röhricht und auf einer Erle zwei undeutliche große Vögel, wahrscheinlich Seeadler. Also waren an diesem Wochenende die Singschwäne offenbar nicht so nah an Criewen dass man sie hätte beobachten können, also haben wir wohl nicht viel verpasst.

Gerhard Ziebarth

Vereinsvorsitzender

 

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