Exkursionsberichte 2017

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                              Bericht  

 

über  unsere Exkursion ins Postluch am 25. Juni 2017

 

Mit 12 Teilnehmern, davon 6 Vereinsmitglieder, haben wir uns um 9 Uhr an einem Weg, der direkt zum Postluch führt, getroffen. Dort haben wir die Autos und Fahrräder abgestellt. Ich habe zuerst einen einleitenden kleinen Vortrag gehalten über die Entstehung des Postluches und seine Entwicklung in den letzten Jahren.

 

Das Postluch ist ein typisches Kesselmoor, das sich aus einem eiszeitlichen Toteisblock gebildet hat. Nach einer längeren Phase mit offenem Wasser verlandete es, und es bildete sich reichlich Torf, der auch in den Jahren etwa von 1835 bis 1875 von Kageler Bauern gestochen wurde. Das ist durch die Arbeit von Wolfgang Gedat dokumentiert, der 1973 seine Diplomarbeit mit dem Thema „Vegetationsstudien im Postluch bei Grünheide (Mark)“ an der Pädagogischen Hochschule Potsdam vorgelegt hat. Gedat beschreibt das Moor als zum größten Teil von Kiefern sowie Sand- und Moorbirke bestanden, mit Schlenken, die die Reste der Abtorfungen sind.

 

Die erste wissenschaftliche Erwähnung stammt von Hueck (1923) in einer Arbeit über die Brandenburger Hochmoore, da ist auch ein Foto enthalten, dass das Postluch als ganz überwiegend offene Moorfläche mit Wollgras zeigt. Die Einstufung als Hochmoor ist nicht ganz korrekt, unter den geringen Niederschlägen, wie wir sie in Brandenburg haben, bilden sich aus Toteisseen zunächst nährstoffreiche Niedermoore, dann allmählich durch Auswaschung durch den Regen oligotrophe, also nährstoffarme, Moore, wenn sie keine Zuflüsse haben, sondern nur durch das Grundwasser gespeist werden, das  ist hier der Fall. Immerhin wachsen hier eine Reihe hochmoortypischer Pflanzen.

 

Meine erste Erinnerung geht auf das Jahr 1948 zurück, als 11jähriger Junge habe ich damals mit einem älteren Freund Exkursionen ins Löcknitztal gemacht, wir fühlten uns als Ornithologen, und lagen am Rand des Postluchs versteckt hinter Bulten, in der Erwartung irgendwas zu beobachten, da kam ein Kranich etwa 50 m entfernt auf uns zu, er hat uns nicht gesehen, wir haben uns hinter den Bult gedrückt damit wir ihn nicht stören. Damals war das Luch nur zum kleinen Teil mit Bäumen bewachsen, der größte Teil der Fläche war offen.

 

Als wir Ende der 70er Jahre mit unseren Arbeitseinsätzen im Löcknitztal begonnen haben, fingen wir auch an uns um das Postluch zu kümmern, mit dem Ziel Freiflächen zu erhalten. Das Luch war inzwischen in seinem zentralen Teil großflächig mit Kiefern zugewachsen, die dicht an dicht standen, die haben wir in mehreren Arbeitseinsätzen entfernt, mit Hilfe der Forst, die damals gerade eine österreichische Seilwinde bekommen hatte und die Freunde waren begierig sie in der Praxis auszuprobieren. Das muss 1980/1981 gewesen sein, und es fand natürlich im Winter statt, der gerade damals streng genug war, damit das Moor zufrieren konnte.

 

Ich erinnere mich gut, wie ich im folgenden Frühjahr in das Postluch gehen wollte, und auf eine Fläche am Rand trat, die ich selbst im Winter abgeharkt hatte, und sofort durch die Schwingmoordecke durchgebrochen bin, mit einem Bein zum Glück, mit Mühe mein Bein herausbekam, der Gummistiefel blieb zunächst drin, und es war schwer ihn rauszubekommen.

 

Bei einer Exkursion Mitte der 80er Jahre mit prominenter Beteiligung (Prof. Succow) war aus der ehemaligen Kiefernfläche eine größeres Schwingmoor geworden, dass man auch vorsichtig betreten konnte, bei jedem Schritt entstand eine Senke, die aber gleich wieder aufstieg wenn man weiterging.

 

In den Jahren 1987 bis etwa 1990 war das Postluch sehr feucht, zeitweise völlig überstaut, und die Weiden und Birken die angeflogen waren verschwanden vorübergehend. 2001 ist durch ein Foto belegt dass der typische Randsumpf reichlich Wasser führte, während die zentrale Fläche mehr oder weniger trocken war.

 

In der ganzen Zeit entwickelte sich im Zentrum auf einer höher liegenden Fläche ein Kiefernwald.

 

Ich habe das so ausführlich dargestellt, um zu zeigen wie dynamisch die Vegetationsentwicklung so eines oligotrophen Moores ist, und nur abhängig vom Wasserdargebot. In trockenen Jahren vergrast das Moor mit Süßgräsern wie Sumpf- und Landreitgras, und es kommen Holzgewächse auf, die Moorpflanzen verschwinden, wenn es nass wird und überstaut sterben die Holzgewächse ab, und die moortypischen Gräser kommen: Wollgras, Pfeifengras, die ehemaligen Torfstiche werden zu offenen Schlenken, mit Wasserschlauch, auf den Torfmoosbulten wachsen Moosbeere und Sonnentau, im Randbereich reichlich Sumpfcalla.

 

Der derzeitige Zustand ist wieder mehr von Trockenheit bestimmt, große Teile der Fläche sind dicht mit Öhrchenweide bewachsen, aber auf der nordöstlichen Fläche ist das Scheidige Wollgras dominant, das Bulten gebildet hat, mit wenig Pfeifengras im Randbereich, und wenig anderen Gefäßpflanzen in den trockenen Zwischenräumen, wo es etwas feuchter wird stehen auch Torfmoose. Es muss aber zwischendurch sehr nasse Jahre gegeben haben, denn die im zentralen Teil auf der etwas erhöhten Fläche stehenden Altkiefern sind ohne Ausnahme abgestorben, zum Teil auch schon gefallen, diese Kieferninsel hat mehr als 50 Jahre das Bild der Luchs bestimmt. Im nordöstlichen Drittel auf einer etwas tiefer liegenden Fläche steht reichlich Schilf, aber auch Öhrchenweide.

 

Wenn man durch Pflegeeingriffe einen naturschutzfachlich erwünschten Zustand fördern will muss man die Weiden und die Birken größtenteils entfernen, eine Arbeit die nur im Winter möglich ist wenn auch die nässeren Teile begehbar sind, die aber nicht in jedem Jahr notwendig ist, sondern nur in größeren Abständen. Im weiteren Umkreis außerhalb des Moors stehen überall Kiefern, die sollten sukkzessive durch Laubbäume ersetzt werden, denn die Verdunstung unter Laubwald ist geringer als unter Kiefern, und so könnte das Moor das ja in einer Senke liegt, mehr vom Niederschlagswasser abbekommen.

 

Es gibt schon reichlich Material über die Vegetation des Postluchs. Neben dem Klassiker von Hueck und der Arbeit von Gedat ist da vor allem die Erfassung von Armin Herrmann 1996 zu nennen, sie entstand im Rahmen der damaligen Erfassung aller Naturschutzgebiete.

 

Herrmann hat das Luch in drei floristisch unterschiedliche Bereiche eingeteilt und jeweils Pflanzenlisten vorgelegt, die von Rainer Ziebarth für den Gebrauch für die IG Löcknitztal in eine übersichtliche Datei eingebracht wurde, wo die Funde immer wieder ergänzt werden können, und er hat seine älteren Fundorte eingearbeitet. Dadurch haben wir heute eine gute Übersicht über die damalige Lage, und wissen dass die von Herrmann gemachte Einteilung in drei unterschiedliche Flächen auch heute noch gültig ist, aber dass sich der Bewuchs gründlich gewandelt hat.

 

2013 wurde das Postluch wieder floristisch im Rahmen der FFH-Management-Erstellung  durch das Büro Yggdrasil, Frau Diemer, untersucht. Auch Yggdrasil konnte sich der Herrmannschen Einteilung bedienen, die beiden Flächen die in eigentlichen Luch liegen wurden als Übergangs- und Schwingrasenmoore, LRT (Lebensraumtyp) 7140 gekennzeichnet. Es wurden auch Pflanzenlisten vorgelegt, die zeigen, dass im Postluch die lebensraumtypischen Arten wie Scheidiges und Schmalblättriges  Wollgras,  Strauß-Gilbweiderich, Moosbeere und Sumpfporst noch vertreten sind, die beiden letzteren aber nur noch in geringer Anzahl.

 

Ich komme jetzt zu den Ergebnissen unserer Exkursion.

 

Zuerst habe ich gleich an unserem Ausgangspunkt im Kiefernforst zwei Raritäten zeigen können: das Wintergrün Einseitswendiges Birngrün, Orthilia secunda, noch in Blüte, und zahlreich das Dolden-Winterlieb, Chimaphila umbellata. Das sind nun keine Moorpflanzen, sondern im Gegenteil sind sie auf trockene Kiefernforsten auf Sand angewiesen.

 

Auf dem Weg zum Luch hinunter fanden wir das Berg-Sandknöpfchen, Jasione montana, und  die Heide-Nelke, Dianthus deltoides, sowie die Wiesen-Witwenblume, Knautia arvensis.

 

Dann lag das Postluch vor uns, über eine flache Fläche mit großen Bulten von ausschließlich  Scheidigem Wollgras, Eriophorum vaginatum,  konnte man nördlich die ehemalige Kieferninsel sehen, alle Bäume waren abgestorben, die meisten bereits gefallen, durch dies Fläche kann man nur schwer durch, also haben wir gleich die Richtung auf die Mitte der Ostseite des Luchs eingeschlagen.

 

 

 

Das Gehen zwischen den Bulten war beschwerlich, in den dazwischenliegenden Schlenken, wo normalerweise Wasser steht, waren trocken, das hat es erleichtert hindurchzukommen. Allerdings konnte ich so am Anfang keine Torfmoose eigen.

 

Auf den ersten Metern waren in die Bulten von Wollgras auch noch Pfeifengrasbulten (Pfeifengras, Molinia caerulea) eingestreut, weiter drin dominierte dann das Wollgras völlig, leider waren die Samenbüschel vom Regen des Vortages abgefallen, der Eindruck dass so ein Moor weiß ist kann zu dieser Jahreszeit nicht mehr erlebt werden. Auf der gesamten Fläche bis zum östlichen Rand stehen Sand-Birken, Betula pendula, merkwürdigerweise haben wir keine Moor-Birken gefunden.

 

Beim Weitergehen über die Offenfläche fanden sich ab und zu Pflanzen in den Schlenken, aber immer sie waren immer mindervital, sicher wegen der langen Trockenphase: es war die Große Brennnessel, Urtica dioica, die eigentlich im oligotrophen Moor nichts zu suchen hat, die Sumpf-Calla, Calla  palustris, der Wassernabel, Hydrocotyle vulgaris, die Flatter-Binse, Juncus effusus, vereinzelt waren Bulte von der gewöhnlichen Moosbeere, Vaccinium oxycoccos, übersponnen, und vereinzelt fanden wir das Blutauge, Potentilla palustris.

 

Wir haben uns dann mehr rechts gehalten, und sind in die große Insel die mit Gewöhnlichem Schilf, Phragmites australis, dominiert war gegangen, hier war es etwas feuchter, weil dieser Teil des Luchs etwas tiefer liegt. Und hier fanden wir größerflächig die Moosbeere, und fast als Sensation, mehrere Büsche von Sumpf-Porst, Ledum palustre, die Moosbeere wurde von Yggdrasil als sehr zerstreut angegeben, und der Porst wird von allen bisherigen Besuchern als sehr selten eingeschätzt, und auch in meiner Erinnerung waren es immer nur noch ein Busch, der vor sich hingekümmert hat. Hier stehen aber jetzt mindestens 9 Büsche, teilweise richtig groß, auf einer größeren Fläche verteilt, leider war die Blütezeit vorbei. Auch das Blutauge war hier häufiger.

 

 

 

Wir haben uns dann durch die dicht stehenden Öhrchen-Weiden hindurchgearbeitet, es hatte auch zu regnen angefangen. Da haben wir eine Blindschleiche gefunden, merkwürdig in diesem feuchten Milieu, und ein Teilnehmer musste lernen, dass man eine Blindschleiche nur sehr vorsichtig anfassen darf, sonst wirft sie das Schwanzende ab, das dann autonom zuckt, und einen eventuellen Fressfeind irritiert, aber auch der Mensch ist verblüfft, wenn er sowas zum erstenmal sieht. Der Schwanz wächst übrigens nach.

 

Wir haben dann an der Ostseite das eigentliche Moor verlassen, wegen des Regens haben wir dann nicht weiter nach offenen Stellen gesucht, wo vielleicht noch der Sonnentau wächst, der früher Vorkommen im Postluch hatte, oder der Kleine Wasserschlauch, der an offenes Wasser gebunden ist, sondern sind an der Ost- und Nordseite des Luchs zum Ausgangspunkt zurück gegangen.

 

Der Randbereich ist auch sehenswert, er ist von alten Kiefern mit zum Teil eindrucksvollem Kümmerwuchs dominiert. Wir konnten da einen großen Wurzelteller einer umgestürzten Kiefer bewundern, mit Löchern, das sind mit großer Wahrscheinlichkeit Bruthöhlen des Eisvogels.

 

 

 

Hier stand teilweise aspektbildend die Draht-Schmiele, Deschampsia flexuosa, die wir auch im Moor schon vereinzelt gesehen hatten.

 

Eindrucksvoll war der Wald-Frauenfarn, Athyrium filix-femina, mit seinen großen Wedeln, den hatten wir auch  schon im Moor gefunden, allerdings ohne die charakteristischen kommaförmigen Sori an den Wedelunterseiten. An mehreren Stellen standen auch Herden von Adlerfarn, Pteridium aquilinum.

 

Wir haben auch ein blühendes Kümmerexemplar von Schmalblättrigem Weidenröschen, Epilobium angustifolium, gesehen, und abgefallene und vom Wind verstreute Blüten vom Roten Fingerhut, Digitalis purpurea, der um das Postluch herum zerstreut wächst. Auch Blaubeeren, Vaccinium myrtallus und Erdbeeren, Fragaria vesca, waren reichlich vorhanden, sodass wir uns auch noch als Gastrobotaniker betätigen konnten.

 

Der Regen war erträglich, trotzdem haben wir unsere Exkursion früher als geplant nach 11 Uhr beendet.

 

Obwohl die Ausbeute an gezeigten Pflanzen mit 20 Arten klein ist, wurde doch die Exkursion wegen der landschaftlichen Eigenart des Postluchs und sicher auch wegen der abenteuerlichen Art wie man sich durch das dichte Ohrweidengebüsch und zwischen den Bulten des Wollgrases fortbewegen musste als sehr gelungen eingeschätzt. Der leichte Regen hat uns kaum gestört.

 

 

 

 

 

 

 

 

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                                                Bericht

          über unsere Exkursion zur Sielmann-Landschaft

                        Groß Schauener Seenkette

 

 

Am 10. Juni 2017 war unsere Exkursion in die Sielmann-Landschaft Groß Schauener Seenkette. Dazu trafen sich 13 Teilnehmer, davon 7 Mitglieder des Vereins, um 9 Uhr auf dem Parkplatz der Fischerei Köllnitz, wo wir von den Mitarbeitern der Sielmann-Stiftung Herrn Donat und Herrn Dr. Petrischak empfangen wurden.

Unten am Steg mit Blick auf den See wurden wir von Herrn Donat über die Heinz-Sielmann-Stiftung und ihr Wirken informiert, die an vielen Standorten sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern Naturschutz auf Stiftungseigenen Flächen betreibt. 2001 kam die Groß Schauener Seenlandschaft dazu, die Seen und ihr Umland zeigen sich als Naturraum mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, die in enger Kooperation mit einer extensiv betriebenen Fischwirtschaft entwickelt wird. Dieses Jahr ist wegen des 100. Geburtstags des Gründers Heinz Sielmann ein besonderes Jahr, das mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird.

Während der Einführung konnten wir schon nahe am Ufer den Fischadler sehen, und auf dem See in flachem Beutesuchflug einen Schwarzen Milan.

Wir sind dann den uferparallelen Weg durch den Wald bis zum Turm bei Selchow gegangen. Unterwegs wurden wir an vier Stationen mit der Tierwelt des Gebietes vertraut gemacht, und nebenbei wurden Pflanzen des Laubwaldes gezeigt, und auf Vogelstimmen aufmerksam gemacht, wir konnten den Kuckuck, den Pirol, Garten- und Mönchgrasmücke, überall Buchfinken, Amseln hören, und schon hier noch im Wald die lauten Rufe von Kranichen hören.

Zuerst gingen wir durch einen Laubwald, der dann in einen Kiefernforst überging, und zur Linken, also zum See hin, begleiteten uns Bruchwälder. Auffällig waren die zahlreichen Weinbergschnecken, und wir wurden auf die Raupe des Zitronenfalters aufmerksam gemacht, der seine Eier ausschließlich auf Faulbaum ablegt, ein für feuchte Bruchwälder charakteristischer kleiner Baum. In tütenförmig zusammengedrehten Blättern der Brennnessel fanden sich die Raupen des Brennessel-Zünslers, und wir wurden auf Raubfliegen aufmerksam gemacht.

Aus dem Wald heraus kamen wir an einer wunderbaren Hecke vorbei zum hölzernen Aussichtsturm, zur Linken eine Hahnenfußwiese zum See hin, und rechts ein Getreideacker, hier hielten sich 4 Kraniche auf, die wir vom Turm mit einem Spektiv auch gut beobachten konnten. In der Hecke fanden wir einige Büsche von Weißdorn übersponnen mit den Fäden einer Gespinstmotte, so befallene Büsche regenerieren sich schnell wieder wenn die Falter ausgeflogen sind. In der Hecke flogen auffällige Kleinlibellen, mit schwarzem Hinterleib und einer hellblauen Endbinde, die Große Pechlibelle, Ischnura elegans.

Vom Turm konnten wir auf dem See Haubentaucher sehen, und einen großen Militärtransporthubschrauber, der an diesem Tag, es war der Tag wo in der Stadt Storkow der dortige Stützpunkt der Bundeswehr sich vorgestellt hat, ziemlich flach über den See flog, und auch jenseits landete, eigentlich verbietet sich das, damit die Natur nicht gestört wird, sicher war es dem besonderen Tag der Armee geschuldet, dass dieses Verbot missachtet worden ist. Die Störung war allerdings kurz, und es war nicht  zu erkennen dass z.B. die Haubentaucher sich gestört fühlten.

Neben dem Turm in der Spitze eines der nahen Bäume sang ein kleiner Vogel mit klirrender stimme, es war die seltene Grauammer, die wir dann auch mit dem Spektiv gut beobachten konnten. Dieser Vogel, der früher auf Landwirtschaftsflächen allgegenwärtig war, ist sehr selten geworden, und kommt nur noch da vor, wo die Landwirtschaft extensiv betrieben wird, so wie eben hier in der Sielmann-Landschaft.

Der Rückweg zur Gaststätte verging bei individuellen Gesprächen schneller. Nachdem wir unseren beiden sachkundigen Begleiter verabschiedet hatten, sind wir vor dem essen noch in die Ausstellung der Sielmann-Stiftung gegangen, sie beschäftigt sich vordergründig mit den Charaktertieren Fischadler und Fischotter, aber es wird auch ein guter Überblick über die Biotope und ihre weiteren wichtigen Bewohner gegeben.

Die Exkursion wurde mit einem gemeinsamen Mittagessen bei guten Gesprächen gegen 14 Uhr abgeschlossen.

 

 

 

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                                        Bericht

 

        von unserer Vogelstimmenexkursion am 21. Mai 2017

 

Vier Vereinsmitglieder und 2 neue Interessenten aus Erkner trafen sich am 21. Mai um 5 Uhr in Kienbaum auf dem kleinen Parkplatz am Ortsausgang in Richtung Hangelsberg. Das Wetter war erfreulich, es war nicht kalt und regnete nicht, ab und zu schien die Sonne.

 

Gleich am Parkplatz konnte ich den Gesang der Gartengrasmücke vorstellen und seine Charakteristika erklären. Der Vogel sang auch noch als wir nach fast fünf Stunden wieder dort ankamen.

Intensiv riefen von allen Seiten Kuckucke, auch unterwegs immer wieder, leider konnten wir kein Weibchen mit dem typischen kichernden Ruf hören.

Von unten aus dem Tal und scheinbar direkt aus dem Ort heraus riefen intensiv Kraniche, wir hörten auch bei der Exkursion immer wieder ihre Rufe, konnten aber keine Sichtbeobachtung machen.

 

Wir sind dann ins Tal gegangen, schon vor dem Kliff hörten wir die erste von vielen Mönchgrasmücken singen. So war es auch mit den Amseln, sie sangen an mehreren Stellen.

Unterwegs hörten wir auch einen Hausrotschwanz singen. Einige Male hörten wir die lauten Rufe des Schwarzspechtes.

 

Dort am Kliff mit dem freien Blick über das Tal mit seinen Schilfwäldern verhörten wir den Zilpzalp, und den ersten Feldschwirl. Da halfen uns die scharfen Ohren von Lutz Ittermann, der uns auf den ja schwer zu ortenden Gesang aufmerksam machte, mir selber ist er leider wegen seiner hohen Frequenz, die ich mit meinen älter gewordenen Ohren nicht mehr hören kann, verschlossen. Und so kam es, dass Lutz immer wieder auf einen neuen Feldschwirl aufmerksam machen konnte, und hier ging schon meine Absicht voll auf, den Termin unserer Exkursion nicht auf den Anfang Mai zu setzen, wie in den Vorjahren ja immer, sondern später, wenn die Rohrsänger und Schwirle da sind. Und so haben wir auch an mehreren Stellen Drosselrohrsänger und Teichrohrsänger gehört.

 

Dort am Kliff zeigte uns Lutz Ittermann auch Kot vom Fischotter, wenn man Zweifel hat, muss man nur daran riechen, er riecht eben deutlich nach Fisch.

 

Wir sind dann weiter über den Trockenrasen gegangen, da gab es einen Überflug eines Kolkraben, später haben wir noch drei Kolkraben gesehen, es war eine Familie, mit eindeutigem Bettelverhalten der Jungvögel.

 

Wir sind dann an der sogenannten Doppelwiese vorbei gegangen, mit Sichtbeobachtung einer Nebelkrähe, und eines Buntspechtes, da konnten wir auch die Bettelrufe seiner Jungvögel hören, aus dem angrenzendem Kiefernforst heraus. Zwei Eichelhäher flogen über das Tal.

Hier und auch noch unterwegs hörten wir die Rufe von Kohlmeisen, auch Blaumeisen ließen sich hören. In den Kiefern sang ein Buchfink. Hier und auch später noch hörten wir die Rufe des Pirols, es gab auch eine Sichtbeobachtung eines abfliegenden Weibchens.

 

Unten auf der Großen Wiese in den löcknitznahen Büschen flogen Neuntöter, auch diesen Vogel konnten wir in den Vorjahren nie beobachten, weil er auch spät aus dem Winterquartier zurückkommt.

 

Die Große Wiese ist auch in diesem Jahr wieder ein reicher Standort von Breitblätterigem Knabenkraut, einer Orchidee, das zahlreich und üppig vorkommt, zwischen Feldern vom Kahlen Frauenmantel.

 

Überall kann man das Wirken des Bibers sehen, der ja seit 2004 im Löcknitztal wieder heimisch geworden ist, inzwischen allgegenwärtig. Abgebissene Jungerlen und abgeweidete Röhricht- und Wiesenpflanzen sind seine Spuren, und wir haben auch einen Ausstieg gefunden. Dort in der Mitte der Wiese war auch ein Ausstieg eines Fischotters, der zu seinem löcknitznahen Bau führte.

 

Nach dem Ende der Großen Wiese sind wir noch am nächsten Erlbruch vorbei gegangen, und konnten imposante Wildschweinsuhlen sehen, mit Trittspuren von Kranichen im Morast. Da sang auch ein Zaunkönig, den wir dann auch gesichtet haben.

 

Die Zeit war inzwischen fortgeschritten, und da der Boden überall ziemlich nass war, verlockte es nicht sich zu einer Rast mit Picknick niederzulassen. Wir sind also durch den Kiefernforst hoch zur Gastrasse gegangen und dann zurück nach Kienbaum. Wie erwartet haben wir oben Heidelerchen singen gehört und auch gesehen, auch eine beim charakteristischen Singflug.

 

Ganz zum Schluss kurz vor dem Parkplatz hörten wir aus den Jungkiefern einen Fitislaubsänger singen, aus seinem typischen Biotop.

 

Wir konnten in den knapp 5 Stunden 23 Vogelarten hören und zum Teil auch sehen, meistens konnten die Charakteristika der Gesänge und auch des Verhaltens der Vögel erklärt werden. Die Ausbeute erscheint gemessen an den Vorjahren etwas bescheiden, aber wie immer hängt es von Zufälligkeiten ab wieviele Vögel man beobachten kann. Und bei so einer Exkursion sind es ja nicht nur die Vögel, die interessieren, sondern auch das ganze Drum und Dran der Natur-Kulturlandschaft, und so betrachtet ist es wieder ein Erfolg und ein Erlebnis geworden, wenn auch leicht getrübt durch die schwache Teilnahme.

 

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