Exkursionsberichte 2014

                                    Bericht

              über die Exkursion in den Naturpark

                             Dahme-Heideseen

 

Am 28. Juni 2014 fand unsere diesjährige Exkursion zu einem Ziel außerhalb des Löcknitztals in den benachbarten Naturpark „Dahme-Heideseen“ statt. 13 Teilnehmer, darunter 8 Vereinsmitglieder und 5 Gäste, trafen sich um dreiviertel 10 auf dem Parkplatz der Burg Storkow. Da wurden wir in Empfang genommen vom Leiter des Naturparks, Herrn Gunnar Heyne, und dem Leiter der Naturwacht des Naturparks, Herrn Thomas Mertke, die uns als sachkundige Führer den ganzen Tag begleitet haben. .

Unter Nutzung des Kleinbusses der Naturwacht fuhren wir zum ersten Expeditionspunkt, den Luchwiesen bei Philadelphia. Die Luchwiesen sind ein Teil eines Streifens halin beeinflusster Niederungen in Brandenburg, wo durch Störungen im Untergrund salzhaltiges Wasser an die Oberfläche kommt, und dadurch eine eigene Flora auftritt, die sonst nur an den Küsten zu sehen ist. Als typische Salzpflanzen wurden uns gezeigt der Meerstranddreizack, die Salz-Schuppenmiere  und der Erdbeerklee, besonders der Meerstranddreizack ist dort über größere Flächen aspektbildend. Uns wurde erläutert, dass die wertvolle Salzwiesenflora nur erhalten werden kann, wenn einmal das Wasserregime angepasst ist und zum anderen die Flächen gemäht werden, beides ist gewährleistet, wobei es für 5 Jahre ein EU-Life-Projekt gab, das die entscheidenden Anstöße gegeben hat und das so gelenkt wurde, dass die weitere Pflege gewährleistet ist.

An einer Bohrstelle konnten wir uns überzeugen, dass das anstehende Grundwasser tatsächlich salzig ist, durch den Geschmack und durch eine Messung der Leitfähigkeit, es hat Salzeigenschaften wie unser Ostseewasser.

Wir sind dann auf dem sogenannten Salzweg, das ist ein Rundweg bei Storkow der alle Salzstellen berührt, zu den Marstallwiesen gefahren, vom dortigen Aussichtsturm konnten wir die Wiesen übersehen, einschließlich eines Kranichpaares, und hatten einen guten Blick auf den Schaplow-See, mit einem Fischadlerhorst auf einem fernen Hochspannungsmast.

Dann ging es weiter bis kurz vor Wochowsee, da sind auf einer Weide Wasserbüffel zu bewundern, ein Bulle, einige weibliche Tiere und Kälber standen dort ganz vertraut neben dem Elektrozaun und ließen sich fotografieren, bis sie dann einen Platzwechsel unternahmen und im Gänsemarsch entlang des Zaunes sich einen anderen Platz gesucht haben, während wir auch im Gänsemarsch an der anderen Seite der Koppel zu unseren Autos gingen.

Zum zweiten Thema unserer Exkursion, Trockenrasen, fuhren wir zum Glienitzberg, der Hang zu seiner Spitze hatte alle Merkmale eines potentiellen Trockenrasens und wurde im Rahmen einer Ersatz- und Ausgleichsmaßnahme freigestellt, dadurch sind die Bedingungen geschaffen worden dass sich ein Trockenrasen wieder voll entwickeln kann. Wir haben den Berg erstiegen und von oben öffnete sich der Blick  in eine völlig andere Welt, nämlich in eine ehemalige Lehmgrube, in der jetzt eine kleine Schafherde dafür sorgt, dass sich nach Nutzungsende keine Vegetation entwickeln kann, im Zentrum gibt es eine kleine Feuchtstelle, so dass man erwarten kann. dass sich die Kreuzkröte dort ansiedelt, wenn sie nicht schon da ist. Wir sind aber nicht in die Grube gegangen, sondern haben sie umrundet und sind direkt in die sogenannte Bugker Sahara gekommen, das ist ein armer Kiefernbestand, der seit alters her sehr lückig ist, eine Teilfläche wurde zur DDR-Zeit aufgeforstet, und im Rahmen des laufenden EU-Life-Projektes wird diese Aufforstung stark aufgelichtet werden, mit dem Ziel wieder über die volle Fläche eine lückige Struktur der Kiefern zu erreichen, damit sich die typische Sandtrockenrasenflora ausbilden kann, die natürlich dann auch die Basis für typische Insekten und Vögel gibt, allesamt bestandsbedroht.

Der letzte Exkursionspunkt war die Binnendüne Waltersberge, mit knapp 35 m über dem Spiegel des nahen Sees die höchste Binnendüne in Deutschland. Die haben wir erstiegen und uns oben erläutern lassen wie sie als Offenstandort erhalten wurde, auch mit Hilfe der Soldaten des nahen Bundeswehrstandorts,  und was weiter geplant ist. Wir konnten die typischen linearen Strukturen der Sand-Segge sehen, und auch Sandlaufkäfer waren auf dem für sie lebensnotwendigen Sandflächen unterwegs. Eigenartig war das Massenvorkommen des Hirsch-Holunders, der also völlig andere Ansprüche an sein Biotop stellt  als der normale Holunder.

Die ganze Exkursion fand bei schönstem Wetter statt, die Jacken blieben gleich im Auto, und fand ihren Abschluss mit dem Mittagessen im Restaurant „Alter Weinberg“ an vorbestellten Tischen.

Einige Teilnehmer nutzten abschließend dann die Gelegenheit, sich die Ausstellung in der Burg Storkow anzusehen, wo man über den Naturpark und seine Entstehungsgeschichte anschaulich informiert wird.

                                   Bericht

          über die Botanik-Exkursion der IG Löcknitztal

                               am 13. Juli 2014

 

Bei sonnigem aber nicht zu heißem Wetter trafen sich 11 Teilnehmer, davon 6 Vereinsmitglieder und 5 Gäste, auf der von uns so genannten Succisa-Wiese. Diese Wiese liegt etwa 2 km unterhalb von Kleinwall am rechten Ufer der Löcknitz, da wo die Eisenbahnlinie Erkner-Fürstenwalde dicht an den Bach herankommt, es ist die einzige Stelle wo man aus dem Zug die Löcknitz sehen kann.

Diese Wiese ist keine Feuchtwiese, wie unsere anderen Pflegeobjekte, sondern eher trocken, in den oberen Randbereichen schon mit Trockenrasen, in den Bereichen an den angrenzenden Erlbrüchen mit Hochstaudenfluren, und im zentralen Teil, floristisch am wertvollsten, hat sie die Eigenschaften des Lebensraumtyps (LRT) 6410, das sind Pfeifengraswiesen auf verschiedenen Böden, wissenschaftliche Bezeichnung Molinion caeruleae, genannt nach dem diese Gesellschaft prägenden Pfeifengras Molinia caerulea.

Im folgenden Text wird die Exkursion nachvollzogen, mit den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen der gefundenen Pflanzen. Die Pflanzennamen entsprechen denen nach Rothmaler (Exkursionsflora von Deutschland, Band 4, Gefäßpflanzen : Kritischer Band, daraus auch die Abkürzungen: B : Blüte, Bl : Blatt, Pfl : Pflanze, Stg : Stengel, K : Kelch. Nur die bei der Exkursion angetroffenen Pflanzen werden fett gedruckt.

 

Am  Zugang zur Wiese liegt ein schmales Stück, früher von Kiefern dominiert, die wir vor Jahren entfernt haben, da hat sich die bekannte Himbeere, Rubus ideaus, dominant ausgebreitet, sie hat unterseits weißfilzige Bl, und sie widersteht bisher auch unserer jährlichen Mahd.

 Da haben wir die Vogel-Wicke, Vicia cracca, gefunden, von den anderen ähnlichen V. grenzt sie sich dadurch ab, dass ihr TragBl zur Blütezeit etwa genauso lang ist wie die Blüte.

 Dort sind auch größere Bestände vom Gewöhnlichem Ruchgras, Anthoxanthum odoratum, die Blätter riechen beim Zerreiben nach Cumarin, jetzt zur Reifezeit auffällig durch die gelblich-bräunlichen dichten Ährenrispen, besonders wenn sie in dichtem Bestand sind.

Das dazwischen stehende größere Gras mit der walzigen Ähre ist das Wiesen-Lieschgras, Phleum pratense, ähnlich den Fuchsschwanzgräsern, aber beim Umbiegen der Ähre von Lieschgräsern sieht man die charakteristischen stiefelknechtähnlichen Ährchen.

 Hier und an vielen anderen Stellen stand auch das gelbblühende Tüpfel-Hartheu, Hypericum perforatum, charakteristisch sind der zweikantige Stg und die durchscheinend punktierten Bl.

Hier und auf den anderen trockenen Flächen wächst die Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea millefolium, der weiße Schirm aus kleinen B und die vielfach zerteilten Bl sind für diese vielgestaltige Sammelart charakteristisch.

Am Rand der Wiese tritt häufig die Heide-Nelke, Dianthus deltoides, auf, die purpurnen B stehen einzeln an ihren Stielen, die KronBl sind nicht geschlitzt.

Ganz anders sieht da die Pracht-Nelke, Dianthus superbus, aus, hier sind die KronBl bis über die Mitte mehrfach fiederig eingeschnitten, sie kommt in großen Teilen der Wiese vor und ist ein Hauptprofiteur unserer jährlichen Mahd.

Von hier an über große Teile der Wiese vorkommend ist die Wiesen-Glockenblume, Campanula patula, die KronBlZipfel der blauen Blütenglocken sind bei der voll erblühten Pfl waagerecht ausgebreitet.

Ebenfalls häufig auf der ganzen Wiese ist die gelbe rankende Wiesen-Platterbse, Lathyrus pratensis, die NebenBl sind pfeilförmig.

Ein Neufund für das NSG ist der Kleine Klappertopf, Rhinanthus minor. Die gelbe dorsiventrale B kommt gerade aus dem Kelch, das unterscheidet ihn vom ähnlichen Großen Klappertopf, R. serotinus, hier steigt die Krone nach oben aus dem Kelch, ein weiteres Merkmal ist der deutliche Zahn der Oberlippe, bei R. minor ist er weißlich, bei R. serotinus violett.

Wir haben dann die Trockenflächen zwischen Waldrand und Wiese untersucht. Da haben wir ein Exemplar der Kahlen Gänsekresse, Arabis glabra, gefunden, auch Turmkraut genannt, unser Exemplar war von Pilzen befallen und uncharakteristisch, immerhin konnte erkannt werden, dass der gelblich-weiße aufrechte sehr gedrängte BStand und alle StgBl kahl ist, bei der ähnlichen Turm-Gänsekresse, Arabis turrita, sind Stg und Bl rau.

Dort fanden sich zwei Arten der Königskerze, einmal die auffällige Großblütige Königskerze, Verbascum densiflorum, die sich von der ähnlichen Kleinblütigen Königskerze, V. thapsus, durch die größeren B, sie sind bis zu 40 mm breit, mit flach ausgebreiteter Krone, unterscheidet, V. thapsus hat höchstens 25 mm breite trichterförmige B. Die andere Art ist die Mehlige Königskerze, V. lychnitis, sie fällt schon im Habitus durch ihren vielfach verzweigten ästigen BStand auf, im Zweifel schaut man auf die Staubbeutel, alle fünf sind weißwollig, bei den beiden anderen Arten sind es nur die oberen drei.

Verbreitet tritt auch das Echte Labkraut, Galium verum, auf, die kleinen gelben B duften intensiv nach Honig.

Auf den trockeneren Stellen sind Berg-Sandknöpfchen, Jasione montana, mit den kurzgestielten blauen B in kopfigen Dolden, und die Gewöhnliche Grasnelke, Armeria maritima, zu finden. Sie ist unverwechselbar durch ihre kopfigen BStände auf einem langen Stiel, die HüllBl dürfen den Kopf nicht überragen. Sie gehört nicht zu den Nelken- sondern zu den Bleiwurzgewächsen.

Dort stand auch ein Exemplar eines rot blühenden Mohns, es ist der Klatsch-Mohn, Papaver rhoeas, vom ähnlichen P. dubium, Saat-Mohn, durch den abstehend behaarten Stg und die Kapsel mit abgerundetem Grund unterschieden, bei P. dubium ist die Kapsel keulig, am Grund allmählich verschmälert, und die StgHaare sind anliegend.

Vereinzelt bis in die Wiese hinein stand das Gewöhnliche Leinkraut, Linaria vulgaris, die gelben dorsiventralen B stehen in endständiger Traube, die Bl sind lineal-lanzettlich, bekannt auch als Wildes Löwenmaul.

So gar nicht nach einem Klee sieht der Hasen-Klee, Trifolium arvense, mit seinen endständig gestielten, sehr zottigen, rot-bräunlichen Köpfen aus, der an einigen Stellen vorkommt.

Verbreitet ist dort auch das Gänse-Fingerkraut mit seinen gelben fünfzähligen B, es hat im Gegensatz zu den anderen Fingerkräutern gefiederte und nicht gefingerte Bl und ist in Anpassung an den Trockenstandort filzig behaart.

Hier findet sich auch das einzige leicht erkennbare Habichtskraut, das Kleine Habichtskraut, Hieracium pilosella, mit der gelben flachen Korbblüte, die unverzweigt und einblütig ist. Allerdings hat sie auch vielgestaltige Unterarten, und das ist wie bei fast allen anderen Habichtskrautarten eine Sache für Spezialisten.

Dort fehlt auch nicht die Acker-Winde, Convolvulus arvensis, mit ihren flachen weiß bis rosafarbenen B, die weitverzweigt kriecht oder auch klettert, und die Allerweltsart Spitz-Wegerich, Plantago lanceolata, mit den an einem langen Stiel stehenden Fruchtähren, die lanzettlichen Bl haben 3 bis 7 deutliche Nerven.

In kleinen Horsten findet sich auch ein Mauerpfeffer, niedrig, gelb blühend, es ist der Milde Mauerpfeffer, Sedum sexangulare, die schlanken Blchen sind stielrund und am Grunde gespornt, nie scharf schmeckend, das grenzt ihn ab vom ähnlichen Scharfen Mauerpfeffer, S. acre, mit am Grund ungespornten Blchen, schon ohne Lupe zu erkennen, und  wo die Bl immer scharf schmecken.

Am gesamtem Übergang von der Wiese zum angrenzenden Kiefernbestand findet sich im Wald das Kleinblütige Springkraut, Impatiens parviflora, mit kleinen langgespornten gelben B und Schoten, die beim Berühren unter Ausschleudern der Samen aufspringen.

Von der randlichen Trockenfläche sind wir dann ins eigentliche Zentrum der Wiese gegangen, wie sie dem Lebensraumtyp 6410, Molinium caeruleae, entspricht, dem Hauptschutzobjekt hier.

Er ist im allgemeinen und hier bei uns stark ausgeprägt durch das Pfeifengras, Molinia caerulea, dominiert, zu unserer Jahreszeit kurz vor der Reife schon auffällig gelb gefärbt. Man kann es gegen andere Gräser abgrenzen dadurch, dass die Halme scheinbar keine Knoten haben (und so früher zum Reinigen der langen Pfeifen verwendet wurden), die Knoten sind aber trotzdem vorhanden, nur am Grunde konzentriert. Bei unserem Arbeitseinsatz 2013 haben wir eine kleine Fläche von etwa 5 mal 10 Meter nicht gemäht, um zu sehen, ob es einen Einfluss auf den Blühreichtum der Wiese hat, davon war nichts zu bemerken, die Flächen unterschieden sich in ihrem Habitus nicht.

Neben der schon erwähnten Pracht-Nelke, die auch hier im nährstoffarmen Zentrum reichlich vorkommt, haben wir eine erfreuliche Zunahme des Vorkommens von Teufelsabbiss, Succisa pratensis, festgestellt, ein Ergebnis unserer konsequenten Mäharbeit. Die hellblauen BKöpfe sind im frühen Zustand ganz rund, später an der Unterseite flach, die Bl sind im Gegensatz zu anderen blau oder violett blühenden Wiesenpflanzen ungeteilt, lanzettlich. Succisa ist die Nahrungspflanze der Rote-Liste Art Goldener Scheckenfalter, Euphydryas aurinia, wo wir hoffen, dass sie sich durch unsere Arbeit bedingt wieder ansiedelt.

Als Saugpflanzen für die Imagos von Schmetterlingen finden sich hier auch reichlich die Acker-Witwenblume, Knautia arvensis, mit flachen violetten BKöpfen und meist leierartig geteilten StgBl, sowie die Wiesen-Flockenblume, Centaurea jacea, vielblütig mit relativ kleinen BKöpfen, von anderen Flockenblumen unterscheidet sie sich durch ihre hell- bis schwarzbraune einfarbige BHülle, bei den anderen Centaurea-Arten sieht die BHülle immer gefleckt aus.

Typisch für   nährstoffarme trockene Wiesen sind das Gewöhnliche Zittergras, Briza media, ein kleines Gras, unverwechselbar durch die herzförmigen hängenden Ährchen, die Gewöhnliche Braunelle, Prunella vulgaris, mit aufrechtem BStand aus blauvioletten dorsiventralen B, der Mittel-Wegerich, Plantago media, mit breiten Bl, in einen kurzen Stiel verschmälert und einer meist reich mit auffälligen Staubgefäßen versehenen kurzen walzigen Ähre, die Blutwurz, Potentilla erecta, ein auffällig aufrecht wachsendes Fingerkraut mit immer vierzähligen B und oberseits dunkelgrünen Bl, die NebenBl sind tief 3- bis 5-spaltig, sowie das Schopf-Kreuzblümchen, Polygala comosa, hier hatten wir Probleme der Abgrenzung vom ähnlichen P. vulgaris, dem Gewöhnlichen Kreuzblümchen, bei P. comosa sind die B am BStand-Ende deutlich gehäuft, und das Deckblatt, also das Blatt unterhalb einer Blüte, ist zwei- bis dreimal so lang wie der BStiel, bei P. vulgaris ist es sehr kurz, um das  zu sehen  reicht schon eine einfache Lupe, wenn man es weiß.

Eher nebenbei haben wir hier auch ausnahmsweise ein Gras bestimmt, den Haar-Schwingel, Festuca filiformis, ein zartes Rispengras, mit unbegrannter Deckspelze, bei dem sehr ähnlichen Schaf-Schwingel, Festuca ovina, haben die Deckspelzen kurze Grannen.

Um dieses trockene Zentrum herum gibt es noch Wiesenbereiche, die eher einer normalen Frisch- bis Trockenwiese entsprechen. Hier konnten wir bestimmen den Stechenden Hohlzahn, Galeopsis tetrahit, mit rötlich-weißen dorsiventralen B in den BlAchseln, wo die Unterlippe zwei zahnförmige Ausstülpungen hat, wie bei allen Hohlzahn-Arten, G. tetrahit hat zum Unterschied stechende Kelchzipfel, die Gras-Sternmiere, Stellaria graminea, die Sternmieren unterscheiden sich von den ähnlichen weißblühenden Nelkengewächsen dadurch, dass die fünf KronBl tief gespalten sind, mindestens bis zur Mitte, dadurch erscheinen manche so als hätten sie 10 KronBl, S. graminea ist von den anderen Sternmieren durch seine grasgrüne Farbe und seine schlaffen Stg unterschieden, das Kleine Wiesen-Labkraut, Galium mollugo, das vom ähnlichen G. album, dem Weißen Labkraut, durch die Länge der BStiele zu  unterscheiden ist, sie sind länger als der Durchmesser der BKrone, bei G. album sind sie deutlich kürzer.

Natürlich fand sich auch der Wiesen-Sauerampfer, Rumex acetosa, durch die pfeilförmigen sauren Bl und den lockeren BStand mit einfachen Ästen gekennzeichnet, der Kriechende Hahnenfuß, Ranunculus repens, wie die meisten Wiesen-Hahnenfußgewächse mit glänzenden gelben B, er hat Ausläufer, die Bl sind dreizählig, die Blchen flächig, der Rot-Klee, Trifolium pratense, die rötlichen BKöpfe stehen meist zu zweit, von den anderen rotblühenden Kleearten durch die langen NebenBl unterschieden, die pinselartig in eine behaarte Spitze auslaufen, der Gamander-Ehrenpreis, Veronica chamaedris, von den vielen anderen blaublühenden Ehrenpreis-Arten durch die beiden Haarleisten an den Stg zu unterscheiden, der Gewöhnliche Hornklee, Lotus corniculatus, die Hornkleearten sind dadurch gekennzeichnet, dass die beiden unteren Blchen von den drei oberen deutlich abgesetzt sind, L. corniculatus ist ohne Ausläufer und der Stg ist markig, nicht weitröhrig, also hohl, wie beim ähnlichen L. pedunculatus, dem Sumpf-Hornklee.

Wir konnten auch noch ein Fingerkraut bestimmen, das Englische Fingerkraut, Potentilla anglica, an den vierzähligen B und dem liegenden Stg, der an den Knoten wurzelt, die NebenBl sind ganzrandig oder nur ganz schwach gezähnt, sowie das Moor-Labkraut, Galium uliginosum, eine zarte Pfl mit Stg die von nach hinten gekrümmten Stacheln rau sind, sie hat bis zu 8 Bl in den Wirteln, die StaubBl sind gelb, das ähnliche Sumpf-Labkraut, G. palustre, hat rote StaubBl und nur 4 Bl in den Wirteln.

In den Übergangszonen zu trockeneren Stellen trat ein Schachtelhalm auf, es war der Acker-Schachtelhalm, Equisetum arvense, er hat an den StgScheiden 10 bis 12 dunkelbraune Zähne.

Da wächst auch der Kleine Odermennig, Agrimonia eupatorium, mit seinem gelben BStand, im Gegensatz zum ähnlichen Großen Odermennig, A. procera, sind die KronBl nicht eingekerbt und die gefiederten Bl sind unterseits graufilzig, bei A. procera sind die Bl nie filzig.  

Die Wiesenbereiche sind von einem Halbring verschiedengestaltiger Hochstaudenfluren umgeben. Die östliche Fläche ist von der Großen Brennnessel, Urtica dioica, dominiert, hier stehen aber auch reich blühende Korbblüter wie die Krause Distel, Carduus crispus, als Alleinstellungsmerkmal sind Stg und Äste reich beflügelt, Disteln und Kratzdisteln, Cirsium, haben beide ausgeprägte Pappushaare, aber nur bei Cirsium sind sie gefiedert, das wäre als Erstes zu kontrollieren wenn man eine distelartige Pfl bestimmen will.

Im gesamten Halbring der Hochstauden kommt das Kletten-Labkraut, Galium aparine vor, es ist ein Spreizklimmer, der sehr hoch aufsteigen kann, seine Stg sind sehr rau von rückwärts gerichteten Stacheln.

Im löcknitznahen Bereich erscheinen auch der Bittersüße Nachtschatten, Solanum dulca-mara, ein Klimmer, der durch seine violetten B mit den auffälligen gelben Staubbeutelkolben unverwechselbar ist, und vereinzelt der bis zu 2 m hohe Echte Baldrian, Valeriana officinalis mit seinen weißen SchirmB und gefiederten Bl, der verwandte Kleine Baldrian, Valeriana dioica, ist viel kleiner, nur bis zu 30 cm hoch, und hat runde GrundBl.

Der sich daran anschließende Streifen entlang des Erlenbruchs ist eine typische Hochstaudenflur und wird dominiert von dem Gewöhnlichen Schilf, Phragmites australis, dem Gewöhnlichen Wasserdost, Eupatorium cannabinum, durch seine rosaroten BDolden und seine Größe unverwechselbar, ein Anziehungspunkt für Schmetterlinge, den Gewöhnlichen Gilbweiderich, Lysimachia vulgaris, mit auffälligen gelben am Grunde rötlichen B, und der Kohl-Kratzdistel, Cirsium oleraceum, die mastige geschlitzte Bl und einen weißlichen BStand mit aufgetriebenem Kelch hat.

 

 

Diese Kurzbeschreibungen der gefundenen Pflanzen ersetzen natürlich kein Bestimmungsbuch, und auch zur „Bestimmung auf den ersten Blick“ bedarf es schon gewisser Grundkenntnisse, die man sich nur durch ständige Beschäftigung mit der Pflanzenwelt aneignet. Dazu können unsere Exkursionen anregen, sie liefern aber auch immer wieder Ergänzungen und Bestätigungen der in vielen Jahren gewonnenen Kenntnisse über das Pflanzeninventar des NSG Löcknitztal.

                                   Bericht

 

              über die Vogelstimmenexkursion des Vereins

                             am 4. Mai 2014

 

Am Treffpunkt in Kienbaum hatten sich 19 Teilnehmer eingefunden, davon 6 Vereinsmitglieder, von unseren 13 Gästen konnten wir 5 begrüßen, die zum erstenmal an einer unserer Veranstaltungen teilnehmen.

 

Es war kalt, das Gras im Löcknitztal war stellenweise bereift, aber das Wetter war gut, kein Regen, und meistens schien die Sonne. Unsere Exkursion führte uns etwa 3 km in das Tal hinein, nur am Anfang über wegeähnliche Pfade, später durch völlig unwegsames Gelände über gefallenen Bäume und überwucherte Äste hinweg. Offenbar durch das kühle Wetter bedingt war die Gesangs- und Bewegungsaktivität der Vögel gering, immerhin gelang es durch Sichtbeobachtungen und die  Gesänge 23 Arten einwandfrei zu bestimmen.

 

Schon am Treffpunkt konnten wir den Gesang von Amseln hören, Amselgesänge begleiteten uns auf der ganzen Exkursion, und das galt auch für die Rufe des Kuckucks, und auch die kichernde Rufreihe eines Weibchens konnten wir einmal sehr gut hören. Häufig war auch der Gesang der Mönchgrasmücke zu hören, die man als ein Charaktervogel des Tals ansehen kann, man hört sie überall, von den anderen Grasmücken konnten wir nur einmal eine Gartengrasmücke hören.

 

An mehreren Stellen konnten wir das Reviermarkierungstrommeln des Großen Buntspechts und die charakteristischen Rufe von Kohlmeisen hören. Während der ganzen Zeit hörten wir immer wieder lautes Rufen von Kranichen, und einmal konnten zwei fliegende Kraniche gesichtet werden. Auch die Rufe von Stockenten begleiten uns, und sie flogen auch immer wieder lebhaft meist flach über der Löcknitz, einmal kamen zwei Weibchen der Schellente vorübergeflogen. Auch Eichelhäher waren flugaktiv, und wir konnten einmal auch die von mehreren Vögeln erzeugten krächzenden Rufe ausmachen. Einmal überflogen uns zwei Graugänse, sie brüten aber sicher nicht im Löcknitztal, sondern werden von einem der nahen Seen kommen.

 

Trotz der frühen Jahreszeit waren schon Rohrsänger da, einmal sang gleich hinter Kienbaum ein Teichrohrsänger, und an mehreren Stellen war der Drosselrohrsänger nicht zu überhören.

Nur jeweils an einer Stelle konnten wir die Gesänge des Feldschwirls und des Zaunkönigs, die Rufe einer Ringeltaube und eines Kolkrabens feststellen, der uns dann überflog. Der Zilpzalp, eigentlich ein Charaktervogel der Erlenbrüche, sang nur an wenigen Stellen, das gilt auch für den Zaunkönig, den wir nur einmal hören und abfliegen sehen konnten. Ebenfalls nur einmal hörten wir einen Star rufen. An einer Stelle konnten wir aus dem angrenzenden Kiefernforst die Stimme eines Waldbaumläufers identifizieren.

 

Bei unserer Exkursion fehlten eine ganze Reihe von eigentlich häufigen und für die Landschaft im Löcknitztal typischen Vögel wie Rotkehlchen, Fitislaubsänger, Zaun- und Dorngrasmücke, Rohrammer, Neuntöter oder Bekassine, sei es weil sie nicht singen wollten oder noch nicht im Gebiet sind oder weil wir ja bei so einer Exkursion immer nur eine Momentaufnahme erleben können. Aber wir haben uns besonders gefreut dass wir eine Nachtigall singen gehört haben und aus einem Erlbruch die flötende Stimme des Pirols zu vernehmen war. Dort sang auch ein Trauerfliegenschnäpper, eigentlich mehr ein Vogel der Gärten und der offeneren Landschaft.

 

Zurück zu den Autos sind wir auf bequemerem Weg oben auf der Gastrasse gegangen, die von mir erhofften Steinschmätzer und Heidelerche zeigten sich nicht. Gegen halb neun war die Exkursion abgeschlossen.

 

Nun kann niemand hoffen durch eine einmalige Vogelstimmenexkursion die gehörten Vögel künftig gleich an der Stimme zu erkennen, dazu ist ständige Übung nötig, am besten fängt man im zarten Alter von 10 Jahren damit an. Aber es gibt Hilfsmittel: zahlreiche CD´s oder DVD´s mit den Stimmen unserer Vögel, es gibt auch Ausgaben wo man den singenden Vogel auch sehen kann, das wäre besonders zu empfehlen, weil sich der Gesang und der optische Eindruck gegenseitig verstärken.

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