Anhängend sind die drei Stellungnahmen der IG Löcknitztal aufgeführt, die erste zur zuerst ausgelegten Planung, die zweite zur geänderten Auslegung, und die dritte zum Bebaungsplan der Gemeinde Grünheide (Mark).

                                           Stellungnahme

der IG Löcknitztal zum Vorhaben „Tesla“ in Grünheide (Mark), 15.02.2020

 

Diese Stellungnahme stützt sich ausschließlich auf das im Internet verfügbare Material, alles was im Laufe der Zeit bei Beratungen oder Verlautbarungen von Tesla gesagt wurde, konnte nicht berücksichtigt werden, das gesprochene Wort bleibt ja unverbindlich und kann auch nicht Gegenstand der Prüfung durch das Landesumweltamt sein.

 

Die IG Löcknitztal ist ein Naturschutzverein, der sich vorwiegend mit der Landschaftspflege im NSG und FFH-Gebiet Löcknitztal beschäftigt. Laut Satzung kann er sich auch mit Stellungnahmen zu Vorhaben die mit Eingriffen verbunden sind befassen.

 

Das Vorhaben Tesla ist mit erheblichen Eingriffen verbunden, 300 ha bewirtschafteter  Kiefernwald, in erster Stufe 92 ha, sollen gerodet und die Flächen überbaut werden, mit einer Fabrik, die nicht nur Autos zusammensetzt sondern die Komponenten in mehreren spezialisierten Fabriken herstellt.

 

Für den Betrieb ist Wasser nötig, das soll aus dem öffentlichen Netz kommen. Das bedeutet, dass die maximal erlaubte Fördermenge des Verbandes um ein Drittel gesteigert werden muss. Dabei ist zu bedenken, dass diese Fördermenge in den neunziger Jahren in einem aufwendigen Verwaltungsverfahren berechnet wurde, Regenmenge, Versickerung, Bodenbeschaffenheit im Verbandsgebiet und andere Parameter wurden berücksichtigt. Seitdem ist die Niederschlagsmenge nicht etwa angestiegen, und es ist vorauszusehen dass bei einer zusätzlichen Entnahme in dieser Größenordnung der Grundwasserspiegel sinken wird, mit ökologischen Folgen für das ganze Umland, was letztlich zu einer Gefährdung der Versorgung der Bevölkerung führen wird. Immerhin entspricht diese zusätzliche Menge dem Verbrauch einer Stadt mit 70.000 Einwohnern.

 

Hier interessieren aber vorrangig die Naturschutzbelange, und da muss die Aussage von Tesla bedacht werden, dass die möglicherweise zusätzliche Menge in einem Brunnen auf dem Betriebsgelände gefördert werden wird. Dazu gibt es keine Angaben: man sagt nicht wohin dieser Brunnen kommen soll, es wird auch nicht genau bestimmt wieviel Wasser dort gefördert wird, und wie groß folglich der Absenkungstrichter ist, es ist überhaupt nicht auszuschließen dass das NSG Löcknitztal beeinträchtigt wird.

Wir fordern hiermit die Genehmigungsbehörde auf, von der Fa.Tesla belastbare Unterlagen zu verlangen, welche Wassermengen in der ENDAUSBAUSTUFE benötigt werden, um dann auf dieser Grundlage fachlich fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Sollten hier Zweifel bestehen, muss generell der Standort in Frage gestellt werden.

 

Eine offene Frage ist wie der naturschutzrechtliche Ausgleich ermittelt werden soll. Was beim Ausgleich der Waldfläche leicht ist,  man kann die gerodete Fläche als Maß nehmen, und je nach der Güte des Baumbestandes mit einem Faktor arbeiten, und forstet irgendwo anders wieder auf. Das wird beim Tesla-Vorhaben erleichtert dadurch dass es sich um Landeswald handelt.

 

Im Naturschutzrecht aber muss Art und Größe des Eingriffs beschrieben werden. Dazu muss es eine Biotoperfassung geben, Flora und Fauna des Gebietes, das vernichtet wird, muss vorher ermittelt werden. Das kann man naturgemäß nur innerhalb einer oder auch von mehreren Vegetationsperioden machen.

 

In diesem Fall wurde die Erfassung im Winter gemacht. Da konnten zwar die Baumarten bestimmt werden, die Höhlenbäume erfasst werden, eventuell die Bauten der Waldameisen gefunden werden. Alle anderen Angaben im vorliegenden Material sind rein spekulativ.

Es ist auch nicht möglich aus Nisthöhlen Fledermäuse vor der Rodung herauszuholen und in ein anderes Quartier  einzubringen, bekanntermaßen sind diese Tiere so ortstreu, dass sie auch im Winter sofort wieder zurückfliegen würden. Im Übrigen sind die meisten Fledermäuse im Winter in ihren Winterquartieren, also in Kellern oder Dachböden oder Höhlen, und aus der Anzahl der vorgefundenen Nisthöhlen kann nicht auf die Zahl der Fledermäuse geschlossen werden die sich im  Sommer dort aufhalten und ihre Wochenstuben haben.

 

Und dass man einen Wolf vor der Rodung mit Jagdhunden vertreiben muss kann man nur als Realsatire bezeichnen.

 

Bei der Erfassung der Fauna wird auf Erfahrungswerte und die Literatur zurückgegriffen. Das mag bei der Zauneidechse und der Schlingnatter noch angehen, aber die Vogelwelt nach den Daten aus dem Portal Ornitho abzuleiten ist grob fahrlässig, Hier wurden die Beobachtungen in einem größeren Umkreis des Vorhabens aufgeführt,  was tatsächlich im Betriebsgelände vorhanden und als Brutvogel bezeichnet werden muss ist unbekannt. Jedenfalls ist die Zahl der  Beobachtungen aus Ornitho die tatsächlich innerhalb der fraglichen 300 ha gemacht wurden, an den Fingern zweier Hände abzulesen, und es sind auch immer Zufallsbeobachtungen und keine systematischen Beobachtungen.

 

Die Pflanzenwelt wird völlig ausgespart, man tut so als ob in einem Kiefernforst nicht auch geschützte Pflanzen vorkommen können.

 

Aus diesem Dilemma befreit man sich durch die sogenannte Potentialanalyse. Es wird also lediglich angenommen, welche Vertreter von Fauna und Flora in der vorgefundenen Gebietskulisse, also Kiefernwald, auftreten. Wie man dadurch den Ausgleich berechnen  soll bleibt im Dunkeln. Es wird auch nicht möglich sein später die Erfassung nachzuholen, denn durch das Instrument der vorgezogenen Fällgenehmigung werden Tatsachen geschaffen. Jeder kleine Vorhabensträger wird streng dazu verpflichtet, den Ausgleich durch eine vorherige Erfassung der Biotope und ihrer Bewohner zu bestimmen, hier wird eine Ausnahme gemacht. Das wird zu einem Vertrauensverlust und der Forderung nach Ausnahmen bei anderen Investoren führen.

 

Es ist also nicht möglich, den Ausgleich realistisch zu bestimmen, weil der Eingriff nicht beschreibbar ist. Das müsste nicht automatisch zu einer Ablehnung des Vorhabens führen, aber schließt eigentlich aus, dass die Genehmigung der vorzeitigen Rodung Tatsachen  schafft.

 

Wir fordern hiermit, dass auch für die Fa. Tesla alle gesetzlich vorgeschriebenen Vorgaben einzuhalten sind, die für die Vorbereitung und Durchführung von Bauvorhaben generell, insbesondere beim Naturschutzrecht, gelten.

Hierbei muss der Grundsatz der Gleichbehandlung gewahrt sein.

 

Weiterhin kann der insgesamt über die 300 ha Betriebsgelände hinausgehende resultierende Eingriff überhaupt nicht gegenwärtig beschrieben werden. In dem vorgelegten Material ist keine Rede von den Trassen, die für Strom, Wasser und Abwasser neu gebaut werden müssen, nicht erwähnt sind die neu anzulegenden Wege zum Transport der Materialien, und wo das ganz bestimmt nötige Umspannwerk hinkommen soll und welchen Flächenbedarf es hat ist nicht bekannt, aber es wird sicher nicht auf dem Baufeld entstehen, das wird wie im Material beschrieben für das Werk benötigt.

 

Und welchen Umfang der entstehende Verkehr, durch den Bau und später die Produktion, für die Ortschaften des Umlandes haben wird auch nicht betrachtet. Als kulturhistorische Randnotiz soll noch erwähnt werden, dass durch das Gebiet des Vorhabens die Alte Poststraße hindurchführt, die eine wichtige Periode der Verkehrsentwicklung in unserer Umgebung heute noch erlebbar macht, damit ist es dann vorbei. Sie wird in dem Material nicht einmal erwähnt.

 

Eine traurige Pointe wird nur in einem Satz abgehandelt: wer die Kosten des Ausgleichs tragen muss ist noch nicht geklärt, es kann sein dass nicht Tesla sondern die Gemeinde Grünheide (Mark) zuständig ist, wegen ihres alten B-Planes Nr. 13 „Freienbrink Nord“ von 2001, und wenn juristisch diese Möglichkeit besteht, kann man dreimal raten wie Tesla seine Ansprüche durchsetzen wird, und welche Folgen das dann für die Haushalte der nächsten Jahre für die Gemeinde Grünheide (Mark) haben wird.

 

Wir fordern hiermit die Gemeinde Grünheide dringend auf, diese augenscheinlich offenen Fragen schnell zu klären, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden.

 

Brandenburg hat viele devastierte Flächen, in Gebieten, die durch den Kohleausstieg gebeutelt werden, da sollte so ein Projekt hin, aber der Wunsch eines prominenten Investors, in der Nähe von Berlin zu bauen, war offenbar übermächtig. Das sollte die Genehmigungsbehörde nicht davon abhalten, so ein Projekt nach gründlicher Prüfung letztlich abzulehnen.

2. Stellungnahme, 02.09.2020

 

 

Vorhaben-ID G07819, Version 2

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die IG Löcknitztal ist ein Naturschutzverein, der sich vorwiegend mit der Landschaftspflege im NSG und FFH-Gebiet Löcknitztal beschäftigt. Laut Satzung kann er sich auch mit Stellungnahmen zu Vorhaben die mit Eingriffen verbunden sind im Gebiet des LSG Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet befassen.

 

Zum oben genannten Vorhaben haben wir uns schon mit einer Stellungnahme   vom 15. Februar geäußert, die da formulierten Einwände sind weiterhin gültig, die geänderten oder erweiterten Planungen zur Gigafactory haben keine unserer Einwendungen entkräftet.

 

Mit Hilfe des Instruments der Vorläufigen Genehmigung sind weitere Tatsachen geschaffen worden, die bei einer Ablehnung des Vorhabens erheblichen Aufwand und Kosten mit sich bringen würden.

 

Das fällt jetzt wieder besonders ins Auge im Zusammenhang mit der vorläufigen Genehmigung 500 Rammpfähle einzubringen. Dazu konnte bisher noch keine Stellungnahme abgegeben werden, denn das ist in keiner Planung bisher vorgestellt worden, alles wurde nur informell, meist über die Presse, bekannt. Typisch ist das Vorgehen von Tesla, zuerst 1500 Pfähle als notwendig ins Gespräch zu bringen, dann aber großzügig auf 500 herunterzugehen.

 

Wir sind der Meinung dass schon einer zu viel sein kann, denn die hydrogeologischen Verhältnisse sind ja nur summarisch bekannt. Wie die verschiedenen Grundwasserleiter liegen, und wie sie getrennt sind und wodurch, ist nicht im Einzelnen bekannt. Das zu genehmigen kann nur ein Fehler sein. Er darf sich nicht wiederholen.

 

Die Hydrogeologische Studie der Fugro ist nicht geeignet Bedenken zu zerstreuen. Für die Rammpfähle allerdings unerheblich ist es, dass die Fugro offenbar kaum Vorstellungen des hydrologischen Umfeldes des Vorhabens hat, sonst würden nicht   so merkwürdige Äußerungen erscheinen wie „nächstgelegene Fließgewässer sind die Löcknitz und Spree, die anteilig als größere Wasserwege auch für die Schifffahrt genutzt werden. Wir habe Anzeichen von Schifffahrt noch nicht auf der Löcknitz gesehen und der Spree nicht gesehe; und zur  Löcknitz: sie vereinigt sich bei Grünheide, nachdem sie sich vorher geteilt hat, was soll das wohl bedeuten, und der nördliche Teil fließt durch viele kleinere Seen (wie Werlsee, Peetzsee, Möllensee, Liebernberger See, das hieße sie fließt aufwärts!). Jedenfalls Vertrauen in die Werke der Fugro wird so nicht geschaffen.

 

Aber zurück zu den Rammpfählen: unter Verwendung von vorhandenen Studien über die Grundwässer im weiteren Umfeld des Gebietes wird durch die Fugro begründet, dass diese Pfähle keinen Einfluss auf die vertikale Grundwasserströmung haben. Ist dieses punktuelle Problem wirklich wichtig? Es handelt sich ja um etwas anderes, nämlich die Möglichkeit, dass durch eine Pfahlgründung Stauer durchstoßen werden können, und von unten unkontrolliert Wasser durchtritt, eventuell durch Änderungen der Druckverhältnisse auch Salzwasser. Dazu hätte es einer gründlichen sehr kleinteiligen neuen Untersuchung mit physikalischen Mitteln bedürft, und die hat es nicht mal im Ansatz gegeben.

 

Wir leiten daraus die Forderung ab, keine Vorläufigen Genehmigungen mehr auszusprechen, sondern die Erörterung der bisherigen Einwendungen und die Stellungnahme der Genehmigungsbehörde abzuwarten, die ja für den Fall einer generellen Genehmigung sicherlich erhebliche Auflagen aussprechen wird. Die technische Möglichkeit eines Rückbaus darf nicht ausgeschlossen werden. Und mit jeder weiteren vorzeitigen Genehmigung steigt der Druck auf die Entscheider oder ggf. auch die Gerichte, das Vorhaben trotz der erheblichen Bedenken, die die IG Löcknitztal als kleiner Verein gar nicht umfassend darstellen kann, einfach durchzuwinken. Vermuten kann man durchaus, dass das beabsichtigt ist.

 

Es soll aber doch noch einmal der schwerwiegendste Einwand gegen die Errichtung dieses Werkes hier angesprochen werden. Das ist der hohe Wasserverbrauch schon für die erste Ausbaustufe, der einer Ansiedlung einer Stadt von 70.000 Einwohner entsprechen dürfte. Dabei ist zur Zeit noch völlig unbekannt wie sich die Erweiterung auf weitere Ausbaustufen auf den Wasserbedarf auswirken würde.

 

Nun gibt es die gesetzlicher Forderung, dass eine Neuansiedlung eines großen  Wasserverbrauchers durch den örtlichen Wasserversorger zu sichern ist, das ist die WSE Strausberg-Erkner. Dazu gibt es ganz klare Äußerungen der WSE, nämlich dass sie mit ihren genehmigten Wasserfördermengen größere  Neuansiedlungen nicht befriedigen kann, und die Äußerung eines Wirtschaftsministers, dass man sich mit dem Wasserverband abgesprochen hat, und die Wassermenge kein Problem darstellt, kann man nur belächeln. Wie ist denn die Genehmigung der Fördermenge in den 90er Jahren zustande gekommen? Nämlich nicht nach dem Wünsch-dir-was-Prinzip, sondern nach einer umfänglichen Untersuchung der Grundwasserlage, der geologischen Verhältnisse im Untergrund, wo sind die Stauer, wie sind sie beschaffen, wo steht das Grundwasser an, wie ist die Niederschlagsmenge, und wie ist die Verdunstung, und die erhaltenen Richtzahl ist keine Empfehlung, sondern stellt das förderbare Maximum dar.

 

Es besteht auch nur sehr geringe Aussicht, das sich die hydrologische Situation bessert, denn durch den Klimawandel werden die Sommerniederschläge weiter sinken, unser Gebiet liegt ohnehin auch noch im Regenschatten der Großstadt, und wegen der Erhöhung der mittleren Temperaturen steigt auch die Verdunstung. Wir  hätten also allen Grund mit unseren Ressourcen das Wasser betreffend sehr vorsichtig umzugehen.

 

Tesla wird also sein Wasser von außerhalb holen  müssen, und das dürfte auch kein rechtliches Problem sein, denn jedes Gesetz hat einen Ausnahmetatbestand. Aber von wo? Die anliegenden Fließgewässer Löcknitz und Spree fallen komplett aus. Die Löcknitz ist ohnehin bereits jetzt gefährdet, die speist sich ja zu etwa je  einem Drittel aus drei zusammenfließenden Zuflüssen, zum einen über die Strausberger Platte, also über das Fredersdorfer Mühlenfließ durch die Kageler Seenkette, dann aus dem Roten Luch, also von der doppelten Wasserscheide Buckow, und aus dem  Maxsee, der fast unmittelbar an der Wasserscheide zur Oder liegt, also ist die Fläche die durch ihre Niederschläge die Löcknitz speisen kann klein. Die Kageler Seen als Zufluss fallen schon jetzt aus, denn das Fredersdorfer Mühlenfließ ist ausgetrocknet, zumindest im Sommer, durch Wasserfassungen der WSE, so ist der Spiegel des Elsensees bereits um 2 m gefallen. Und wenn aus der Spree Wasser in dieser Größenordnung entnommen wird kann das nicht ohne Einfluss auf den Sulfatgehalt sein, denn dann muss mehr sulfathaltiges Wasser nachfließen, und der Effekt, dass die Spree im Sommer  in Berlin rückwärts fließt, würde verstärkt, mit Folgen für die Wassergewinnung für die Großstadt.

 

Bleibt die Oder. Hier wäre erstmal zu prüfen, ob die Oder die ja  auch im Sommer prekäre Wasserstände hat, diese Menge hergibt. Technische Verfahren, z.B. Grundwasseranreicherung in Zeiten stärkeren Wasserdargebots als  Puffer, könnte da Abhilfe

schaffen, einschließlich einer Leitung aus dem odernahen Gebiet nach Grünheide. Wenn aber das erwogen wird, werden umfangreiche Planungen und Flächenkäufe erforderlich, und niemand kann glauben dass das in einem Jahr erledigt ist. Wo bleibt da die Bedingung von Elon Musk, dass die Produktion 2021 beginnen soll? In  den vorgelegten Planungen ist die Notwendigkeit Wasser aus dem Einzugsbereich der Oder zu nutzen nicht einmal erwähnt, geschweige denn sind die Maßnahmen beschrieben worden, die nötig sind um das umfangreiche Vorhaben zu realisieren.

 

Erwähnt werden dagegen Forderungen, durch werksnahe Wasserfassungen den Bedarf  zu decken. Aber es ist nichts Konkretes über Standorte und Größe möglicher Wasserfassungen zu erkennen, und schon gar nicht über die Auswirkungen, also die Absenkungstrichter, und ihren Einfluss auf die Fließgebiete der Spree und vor allem der Löcknitz. Eine Löcknitz die im Sommer trocken fällt ist nicht nur für uns Naturschützer ein Alptraum.                        

 

Als Schlussfolgerung aus dieser nur kurzen und bei weitem nicht vollständigen Betrachtung ist zu ziehen, dass das Vorhaben Gigafactory Tesla in Grünheide keinen Platz hat und abzulehnen ist.

Einwände gegen Bebauungsplan Nr. 13 „Freienbrink-Nord“ 1. Änderung, 02.09.2020

 

Sehr geehrter Damen und Herren,

die IG Löcknitztal ist ein Naturschutzverein, der sich mit seinen Vorläufern aus der DDR-Zeit der Schaffung und Freihaltung von Offenflächen im NSG (FFH-Gebiet) „Löcknitztal“ verschrieben hat. Neben anderen Aufgaben befasst sie sich auch mit Stellungnahmen öffentlicher Vorhaben im Vereinsgebiet, das mit dem LSG Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet umschrieben werden kann. Deshalb äußern wir uns zum oben genannten Vorhaben.

Obwohl es  sehr fraglich ist, ob eine bloße Änderung des alten B-Plans rechtlich zulässig ist, denn die Änderungen sind ja wie auch zugegeben wird wesentlich, werden wir uns äußern. Wir erwarten allerdings dass es eine erneute Auslegung und Öffentlichkeitsbeteiligung geben wird.

 

 

  • Nördliche Erweiterung des Plangebiets bis auf 40 m an das NSG Löcknitztal

Dieser Erweiterung muss widersprochen werden. Der Zusammenhang mit dem eigentlichen Vorhaben (Gigafactory) ist konstruiert. Die mögliche Schaffung von Wohnungen für leitende Mitarbeiter des Werkes in Werksnähe kann kein Problem der öffentlichen Hand sein, sondern muss durch das Werk gelöst werden. Warum die Erweiterung über die Fläche mit der vorhandenen zum Teil nicht genutzten Bausubstanz hinaus bis auf 40 m an das NSG heranreicht, wird nicht erklärt, und ist auf jeden Fall schädlich und kann nicht genehmigt werden.

 

  • Verlagerung des Bahnhofs Fangschleuse in westlicher Richtung bis auf Höhe des künftigen Werkes

Die IG Löcknitztal lehnt diese Verlagerung ab.  Sie würde zu einer weiteren Zerstörung von Natur und Landschaft führen, die unbegründet ist: die Verkehre vom jetzigen Bahnhof Fangschleuse können durch Tesla problemlos auf der ja sowieso zu bauenden Straße durch z.B. ein Shuttle-Bus-System gelöst werden, da entsteht sogar eine attraktive Aufgabe z.B. autonome Busse einzusetzen. Es handelt sich ja nur um Personenbeförderung.

Demgegenüber würde für die Zufahrt von der Landesstraße und Parkplätze und den eigentlichen Bahnhof erhebliche Flächen der Natur entnommen werden, zusätzlich zu den jetzt schon notwendigen Eingriffen.

Ändern würde sich auch der Zugangsverhalten der Bürger: jetzt wäre es zum Bahnhof nicht mehr von Grünheide am günstigsten, sondern von Fangschleuse, Gottesbrück. Der Druck den jetzigen Waldweg in eine öffentliche Straße umzuwandeln kann man  sich leicht vorstellen. Wir sehen dann schon ein neues Nadelöhr in der Gottesbrücke! Und  mehr Waldverluste und weitere Beunruhigungen in der Naturlandschaft würden entstehen.

Das kann man leicht von außen mit technisch geprägtem Blick anders sehen, aber es gibt ja auch noch heimatliebende Bürger, die die jetzige Entwicklung schon sehr skeptisch sehen, und jede weitere Zerstörung unserer Heimat nicht tolerieren würden.

 

  • Verschwenkung des Eisenbahnübergangs am Bahnhof Fangschleuse in östlicher Richtung

Es gibt dazu eine alte Vorplanung aus den 90er Jahren, die sich mit einer Überführung in der Achse der Landesstraße befasst hat, die damals aber nicht zum Tragen kam. So ein Bauwerk würde Probleme der Anbindung der vorhandenen Parkplätze mit sich bringen. Es müsste nun untersucht werden, ob bei einer Verschwenkung, die ja erhebliche Waldflächen erfordern würde, die Zufahrtsprobleme optimiert werden können, sodass nach Abwägung die Verschwenkungsvariante sich als günstiger herausstellt. Dazu wurde aber bisher kein Versuch unternommen.

An anderer Stelle wird die Erweiterung des Bahnhofs behandelt, offenbar ist der Bahnhof an der gegenwärtigen Stelle gemeint: da steht zum Zweck, dass die verkehrlichen Potentiale in die Industriegleisanbindung einbezogen werden, mit der Formulierung „unter anderem“, was damit gemeint sein könnte ist nicht erörtert.

 

  • Neue Autobahnabfahrt

Gefordert wird eine neue Autobahnabfahrt in maximal nördlicher  Lage, also in Nähe der Eisenbahnbrücke, die an die neue schienenbegleitende Straße vom Bahnhof anschließen soll.  Die Notwendigkeit ist zu hinterfragen, und empfohlen wird die jetzige Abfahrt Freienbrink optimal anzuschließen, und alle Verkehre des Werkes zur Autobahn da abzuwickeln. Der dabei entstehende Umweg ist unerheblich, ebenfalls dass diese Abfahrt auch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt wird.

Falls aber diese neue Brücke gebaut wird, bleibt offen wie die Anbindung in westlicher Richtung gestaltet wird.

Wir fordern in diesem Falle  sie so zu gestalten wie die Abfahrt Freienbrink, also nur einseitig anzuschließen. Diese Einschränkung muss schon in der Planung festgehalten werden.

Wenn sie in Richtung Erkner angeschlossen werden soll, muss eine neue Straße durch das Waldgebiet gebaut werden, und in Erkner selbst würde es erhebliche Probleme bringen den Verkehr aus der Stadt heraus auf diese neue Straße, wo sie auch immer angebunden wird, hinzuleiten. Auf jeden Fall würde sie mit all ihren Verkehren am Friedhof der Stadt entlangführen.

 

Wie eingangs dargestellt erwarten wir ja eine Neuauslage dieses Planes. Deshalb beschränken wir uns hier nur auf wesentliche Punkte. Dass wir der Ansiedlung der Gigafactory in Grünheide grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen, vor allem wegen der völlig ungeklärten Wasserversorgung, die zu Lasten der Bürger erfolgen dürfte, haben wir in  unserer Stellungnahme zum Vorhabensplan Gigafactory vom 15. 02.2020 schon dargestellt und wiederholen es in unserer neuen Stellungnahme vom 02.09.2020.

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